Heute stand der Nachtfotografie Workshop der FF-Fotoschule in Bremen auf dem Plan. Man könnte es jedoch auch Fotografrieren nennen. Zwar wird es im Winter eher dunkel, doch ist es auch ziemlich kalt. Da muss man nicht nur die Ausdauer für ein gutes Bild haben, sondern auch entsprechend warm angezogen sein!
Nach ca. 2 Stunden Theorie, die nicht wirklich neue Erkenntnisse brachten, ging es pünktlich zur „Blauen Stunde“ an das Weserufer der Schlachte.
Die „Blaue Stunde“ ist der Zeitpunkt (ca. eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang), wo das restliche Tageslicht dem Himmel für ungefähr eine Stunde eine schöne bläuliche Farbe verleiht. Die nimmt man mit dem menschlichen Auge ehrlich gesagt gar nicht so wahr, aber auf den Bilder kann man dieses später schon wesentlich deutlicher sehen. Man wird sich wundern, wieviel Licht noch mit der Kamera aufgefangen wird, das man so gar nicht mehr vermutet.
Rein technisch gesehen ist die Thematik gar nicht so schwer. Man braucht ein Stativ und einen Kabel- oder Funkauslöser (der Selbstauslöser, sofern es die Belichtungszeit der Kamera hergibt – bei mir max. 30 Sekunden – reicht allerdings auch). An der Kamera stellt man dann noch den Spiegelvorauslöser bei ISO 100 und Blende 8 ein und los geht‘s. Möchte man denn Sterneffekt der Lichter noch etwas verstärken kann man auch eine höhere Blende wählen und die Zeit entsprechend verlängern. Wenn man dieses berücksichtig, kann man sich danach auf sein Motiv konzentrieren. Hilfreich kann es noch sein, wenn man sein Motiv einmal fokussiert und den Autofokus danach deaktiviert, damit sich dieser in der „Dunkelheit“ nicht versehentlich verstellt. Beim Wechsel des Bildausschnitts sollte man jedoch nicht vergessen, entsprechend neu scharf zu stellen. Die Tiefenschärfe bei einer Brennweite um die 35mm und einer kleinen Blende ist zwar etwas toleranter, aber darauf kann man sich natürlich nicht verlassen.
Meiner Meinung nach ist eine Ausbeute von 1-2 Bilder pro Motiv oder Standort für den Anfang schon ganz ordentlich, so dass man sich noch anderen Ideen, wie z.B. Langzeitbelichtungen mit vorbeifahrenden Autos, Bildern mit Wischtechnik oder „Geisterbildern“ durch kreatives Blitzen, widmen kann.
Alles in Allem ist die Nachtfotografie ein Bereich, der denke ich relativ leicht zu schönen Bildern führt. Mit etwas Zeit und Erfahrung ist natürlich auch hier noch Platz nach oben.
Ein Fotokurs, wo man jemand für Tipps und Fragen an seiner Seite hat, ist sicherlich hilfreich – jedoch nicht zwingend. Einfach die oben genannten Voraussetzungen beachten und abends mal rausgehen und ausprobieren.
In diesem Sinne … Viel Spaß und Gute Nacht!





Hallo Kalle,
danke für Deinen Bericht. Natürlich können wir in 1-2 Stunden Theorie nicht die gesamten Grundlagen durchnehmen. Ziel des Kurses ist es Anfänger entsprechend auf die Umsetzung der Technik zum Erstallen guter Nachtfotos vorzubereiten. Ich denke mal, wenn ich Deinen Text so lese ist das auch gelungen.
Mehr geht dann wirklich erst beim fortgeschrittenen Workshop. Das bild oben ist jedenfalls gut belichtet. Weiter so!
lg frank