Meine Leidenschaft liegt zwar in der Natur- und Landschaftsfotografie, aber generell bin ich nicht abgeneigt, auch andere Sachen auszuprobieren. Woher sollte man sonst wissen, ob es Spaß macht oder nicht. Da ich in der Glücklichen Lage bin, dass mein Kumpel „Bernie Blitzer“ aka Christoph Becker von BECKERPHOTOS ein richtiges Studio hat, konnte ich hier also einen Versuch starten …
Bestimmt hat jeder schon einmal die Aussage gehört „Ja, in einem Studio mit so‘ner richtigen Blitzanlage ist es ja auch einfacher gute Bilder zu machen“. Ich kann Euch sagen, nein – ist es nicht. Ich hatte ein Studio mit Blitzanlage (2 Softboxen, 1 Beauty Disher) und eines hübsches Model – also beste Voraussetzungen. Was ich nicht hatte, war Ahnung von dieser Materie!
Ich habe also zuvor Bücher gelesen über Lichtformer, Wirkung von Licht, Lowkey- und Highkey-Fotos etc. Und dann steht man im Studio, macht seine ersten 20 Bilder, die … ja, alle gleich aussehen. Erstes Problem ist also Kommunikation mit dem Model. Also vergessen wir mal die Theorie aus Büchern! 20 gut ausgeleuchtete Bilder (da hatte ich ja immerhin schon die Unterstützung durch Christoph) sind eine Sache – aber es hätte ja auch eins gereicht!
Es ist also gar nicht so einfach etwas wie „guck‘ ein bißchen weiter nach links“, „das Kinn ein wenig höher“ zu sagen, wenn man die Wirkung auf dem Bild später noch nicht genau einschätzen kann. Ich meine einem Baum muss ich nicht sagen, wie er gucken soll. Er steht einfach da und ich suche mir den Zeitpunkt des besten Lichts aus, ihn in Szene zu setzen – auch wenn es mal 1-2 Stunden dauert, nur EIN gutes Bild zu machen. Im Studio liegt es denke ich mehr in der Hand des Fotografen aktiver zu gestalten, da man so vieles verändern und direkt beeinflussen kann.
(Zugegeben, Landschaft- und Portraitfotografie sind auch nicht gerade prädestiniert, um miteinander verglichen zu werden)
Wenn man jedoch erst einmal aufhört, die ganzen Ideen und Beispielen aus Büchern zu versuchen und sich 2-3 Motive rauspickt, ist es meiner Meinung nach am Anfang schon genug. Die Nachbearbeitung oder Bildbesprechung am Bildschirm gibt dann genug Gelegenheit, sich seine Gedanken zu machen, was funktionierte oder was man beim nächsten Mal anders machen würde, möchte oder sollte.
Was genau dabei rausgekommen ist, könnt ihr unter Studio & Potrait betrachten. Mein Fazit des Ganzen lautet: ist ein völlig andere Welt! Geht es in der Natur darum, in einer Stunde in Ruhe ein Bild im „perfekten“ Licht zu komponieren, passiert in der selben Zeit im Studio unheimlich viel. Man kommuniziert (im günstigsten Fall) ständig mit dem Model, ändert Posen, Kleidung, Make-Up und Licht. Macht 50 bis 100 Bilder, guckt kurz drauf, verändert dann wieder. Gut – mit etwas Routine läuft das bestimmt etwas anders ab, aber ich habe es so erlebt.
Letztendlich kann ich sagen, es macht schon unheimlich viel Spaß, ist aber auch anstrengend. Da bin ich alleine im Wald mit meiner Kamera schon wesentlich entspannter. Nichts desto Trotz eine tolle Erfahrung und bestimmt nicht das letzte Mal für mich …
Jedem, der es noch vor sich hat, wünsche ich auf jedem Fall viel Spaß!












